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In dieser Saison nahm ich an meiner ersten Schweizermeisterschaft auf der Strasse teil. Diese wurde in Martigny, VS ausgetragen. Da der Start der U17-Kategorie schon um 8:25 Uhr war, musste ich bereits am Samstag ins Wallis reisen. Als umweltbewusster Velofahrer tat ich dies, zusammen mit meinem Bruder und meiner Mutter (mein Vater steckte leider in irgendeiner Orgel), natürlich mit dem Zug. Ebenso reisten meine zwei Onkel an, die mich auch einmal im Rennmodus erleben wollten. In Martigny ging es ins Hotel Vatel, ein **** Hotel, in welchem sich auch andere (junge) Rennfahrer einquartierten. Am Vortag jedes Rennens mache ich das übliche Tapering, also eine letzte Rennvorbereitung. Hier tat ich dies mit Nico und seinem Teamkollegen Patrick Schelling. Gegen Abend ging es Richtung Ziel-Umgebung, um das Rennen der jungen Frauen (U17&U19) zu schauen und das Städtchen zu erkunden. Martigny ist voll im ’Velo-Fieber’, die Tour de Romandie verlief bereits hier durch, die Schweizermeisterschaft findet hier statt und im Sommer durchquert sogar die Tour de France die Stadt. In jedem Schaufenster, egal ob Coiffeur-Geschäft, Apotheke oder Boutique, steht ein Velo, liegt eine Trinkflasche oder hängt ein altes Velo-Trikot. Nach dem Abendessen ging es zurück ins Hotel. Unterwegs konnten wir noch 2 BMC-Bidons ergattern. Da ich am Sonntag früh auf musste, ging ich dementsprechend früh schlafen. Am morgen gab es den mitgebrachten Hafer mit Chia-Samen und Honig und natürlich Kaffee. Mit Energy-Gels gefüllten Trikottaschen fuhr ich zur Startnummern-Ausgabe. Ich traf Marcia und ihr BH-Cycling Team zum Einfahren. Dann stand ich etwas nervös am Start meiner ersten Schweizermeisterschaft. Es wurde ausgerufen, dass jeder Fahrer, welcher einen Rückstand von über fünf Minuten gegenüber dem Feld hatte, aus dem Rennen genommen werde. Das machte mir ein wenig Angst, ich merkte nun, wie es ist, unter ’Zeitdruck’ ein Rennen zu fahren. Dann endlich, um 8:25 (10 Minuten später als vorgesehen), fiel der Startschuss. Es wurde schon recht schnell ein hohes Tempo angegangen. Mein Ziel war es, im vorderen Teil des Feldes in den ersten Anstieg rein zu fahren, was mir allerdings nicht gut gelang. Der erste Anstieg, mit einer durchschnittlichen Steigung von 13%, war schön happig. Das Feld fiel schnell auseinander. Oben angekommen, ging es in eine schmale, schwierige Abfahrt mit vielen Kurven. Unten konnte ich den Anschluss zum Feld wieder machen, doch da ging es schon in den nächsten Anstieg rein. Mit einer durchschnittlichen Steigung von 14.6% und einer Maximalen Steigung von 26% war das Tempo, im Gegensatz zur Herzfrequenz, recht niedrig. Die nächste (noch anspruchsvollere) Abfahrt folgte. Danach konnte ich das Feld erst ca. 2 Kilometer vor ende der ersten Runde wieder Einholen. Das ganze wiederholte sich vier Mal, allerdings war dann der Anschluss zum Feld nach 2.5 Runden endgültig zu Ende. Ein Kilometer der Strecke verlief auf unbefestigter Strasse, einer Schotterpiste. Hinzu kam der starke Wind, welcher wehte und dann diese Steigungen durch die Rebberge! Die Elite-Fahrer betrachteten die Strecke als zu anspruchsvoll und zu lange! Die Rennleitung kürzte das Rennen bei ihnen um eine Runde! In einer Fünfergruppe fuhr ich die restlichen 20 Kilometer zu Ende. Im Schlusssprint konnte ich noch zwei Plätze gut machen! Auf dem 39. Rang kam ich schließlich total erschöpft und glücklich ins Ziel. 13 Fahrer hinter mir sind aus dem Rennen genommen worden und vier sind ausgeschieden! Ich war sehr froh, über die tatkräftige Unterstützung durch Greg, meinem Personal Coach, Marcia, meiner Trainerin und natürlich meiner Familie und meinen Onkel, die mich am Streckenrand anfeuerten. Jakob Klahre