Geschichte

1924
In Dornach wurde unter dem Namen Radler-Club Wanderlust ein Verein gegründet, mit den Interessen, Radfahrer im Touren- und Wanderfahren, im Renn- und Saalsport (Kunstfahren, Radball) zu fordern. Treibende Kraft waren der Velohändler und Elektromonteur Hans Steiner mit Aron Moosmann und Oswald Amhof. An der ersten Ausfahrt, die über den St. Gotthardpass hinunter nach Airolo führte, nahmen sechs (!) Aktive teil.

1928
Fahnenweihe der ersten Vereinsfahne in den Weiden.

1929
Im ersten Protokollbuch, das über den Zeitraum vom 21. Dezember 1929 bis zum 1. Februar 1930 aufgezeichnet wurde, finden sich erstmaIs schriftliche Angaben über Sitzungen aller Art, sowie weitere Begebenheiten, u.a. wurde bereits eine Dame in den Verein aufgenommen.

1930
Durch einen Unglücksfall verlor der Verein im Oktober 1930 seinen damaligen Präsidenten Aron Moosmann.
Mit grosser Anteilnahme der Vereinsmitglieder wird er zur letzten Ruhestätte begleitet, wo er mit einem Kranz und dem Dank für die wertvolle Arbeit, die er für den Verein leistete, von den Trauernden verabschiedet wurde. Unter der Führung des daraufhin gewählten Präsidenten Ernst Böhni wurde die Ablösung des Ver- eins vom Birstalerverband vollzogen und die Angliederung an den Basler Verband erreicht, wovon man sich Vorteile erwartete. Neue Vereinsstatuten wurden geschrieben und genehmigt.

1931
Im SRB Tourenfahren erreichte der Verein in der 1. Kategorie den 61. Rang. Bei seinen VeranstaItungen setzte sich der Verein stets hohe Ziele und forderte von seinen Mitgliedern grossen Einsatz auch in wirtschaftlich schwerer Zeit. Dies war auch nötig, wenn Bergrennen, Kunst- und Reigenfahren, Abendunterhaltungen mit Theateraufführungen oder die alljährliche Teilnahme am Umzug der Schlachtfeier Erfolgsveranstaltungen sein sollten. Tombolapreise wurden von den Mitgliedern selbst beigesteuert. Bussen für unentschuldigtes Fernbleiben waren üblich, so wurde das Fernbleiben an der Schlachtfeier mit Fr. 2.- geahndet! Finanznöte zogen sich wie ein roter Faden durch das frühere Vereinsleben. Der Kassier hatte einige Mühe die Beiträge einzuziehen und musste mehr als einmal bei den Säumigen persönlich vorsprechen ! Als kleine Sensation kann gewertet werden, dass der Gewinner des 1.Tombola-Preises einen Gutschein für einen Rundflug auf dem Flugplatz Basel entgegen nehmen durfte.

1932
Der Radler-Club Wanderlust Dornach wurde Patensektion des Reigenclubs Basel, trat dort mit Hindernis- und Kunstfahren auf.

1934
Der Anlass zum 10-Jahres-Jubiläum wurde feierlich begangen, der Veloclub Grellingen verschönerte das Fest mit Reigenfahren, der gemischte Chor vom Jodler-Club wirkte mit und der Musikverein Konkordia. In der Turn- halle wurde der legendäre Film über die Tour-de-Suisse gezeigt, allerdings sollen die Ausgaben dafür höher gewesen sein, als die spärlichen Einnahmen. Zum Jahresprogramm gehörte der Maskenball und ein Winterbummel. Am SRB Tourenfahren nahm eine kleine Vereinsgruppe teil, und es fanden bereits regelmässig Trainingsfahrten statt.

1935
An der Generalversammlung konnte erstmals nach finanzschwachen Jahren, ein Gewinn von Fr. 386.- ausgewiesen werden.

1936
Als Paradebeispiel für die prosperierende Vereinstätigkeit kann das reichbefrachtete Jahresprogramm dieses Jahres angeführt werden: Maskenball, Winterbummel, Fahrschule mit Fuchsjagd; sechs eintägige Ausfahrten und eine anderthalbtägige Ausfahrt; Höhepunkt der Ausfahrten: eine dreieinhalb tägige Bodensee-Ausfahrt; Schlachtfeier-Umzug, Vereinsmeisterschaft, Gempenbergrennen und die Riesenveranstaltung: SRB-Radler- Landsgemeinde auf dem Schlosshof. Und schliesslich die Teilnahme im Oktober an einer Feier der Paten- Sektion Reigen-Club Basel mit Hindernis- und Kunst- fahren.

1937
An der Monatsversammlung vom 20. November wurde zur Gründung einer Radballmannschaft grünes Licht gegeben.

1938
Für ihre langjährigen Verdienste für den Verein, erhielten die ältesten Mitglieder, Hans Steiner Sen., Paul Ueltschi und Ernst Bohni, die Ehrenmitgliedschaft.

1939
Mit dem 1. Internationalen Radballturnier konnte der Verein einen sportlichen Erfolg verbuchen. Im Saal des Hotel Ochsen spielten die Schweizermeister Osterwalder/Gaffer, der Veloclub "Sturm" aus Freiburg im Breisgau/D und der Veloclub Vendenheim/F.

1939-45
Während den Kriegsjahren nahmen die Vereinsaktivitäten ab. Das Tourenfahren und das Radballturnier musste 1943 abgesagt werden, und auf das zwanzigjährige Vereinsjubiläum wurde 1944 ganz verzichtet. Etliche Vereinsmitglieder leisteten als Radfahrer oder an der Grenze Aktivdienst, Pneumangel machte sich bemerkbar.

1941-52
Trotzdem fanden die unvergesslichen kantonalen Bergrennen von Dornach über Hochwald zum Gempenturm statt.

1945
Endlich, nachdem am 8. Mai 1945 der 2. Weltkrieg zu Ende war, wurde das Vereinsleben neu aktiviert. Das Reigen- und Tourenfahren wurde vom Wettkampfsport Radball abgelöst, den Schweizermeistertitel errangen sich erstmals in der Kat. C, Ernst Vogtli und Robert Duss.

1946
Mit der Verpflichtung des Kat. A Spielers Arnold Kneubühler als Trainer, begann die grosse Zeit des Radballsport im Verein. Hans Nyffenegger und Peter Röllingerkamen als A-Spieler zu uns. Basler Meister der Kat.A wurden Röllinger/Kneubühler und das Duo René Otzenberger/Anton Duss kämpften sich durch alle Vorrunden bis ins Finale der Kat. C vor, das in Brugg stattfand; dieses gewannen sie, wurden Schweizermeister und stiegen in die Kat. B auf.

1949
Mit Nyffenegger/Röllinger und Kneubühler/Robert Duss stellte unser Verein zwei Kat. A Radballmannschaften und eine Kat. C Mannschaft mit René Otzenberger/ Anton Duss. Diese Kategorien konnten langezeit, bis in die 70er Jahre erhalten werden. Dank seinen ansehnlichen Erfolgen erhielt der Verein nach zähen Verhandlungen Zugang in die Turnhalle und konnte somit endlich über einen geeigneten Spiel- und Austragungsort verfügen, bis dahin wurde im « Ochsen-Saal » gespielt.

1954
Im Berichtsjahr erhielt unser Radler-Club Wanderlust seine 2. Vereinsfahne. Patensektion war der Velo Club Hochwald. Mit der dankbaren Unterstützung der Metallwerke konnten von 1954 bis 1980 Internatio- nale Radballturniere um den GP der Metallwerke Dornach ausgetragen werden. Bekannte Radballer, wie die Gebrüder Oberhänsli, aber auch Tschopp, Buchholz, Pospisil, Lips und Duo Weber konnten ver- pflichtet werden. In der Turnhalle am Bruggweg führte unser Verein die Schweizerischen Saalsportmeisterschaften durch. Am zweitägigen Anlass fanden folgende Konkurrenzen statt: Das Einer- und Zweier-Kunstfahren, der Sechser- Kunstreigen mit Damen und Herren, Radball mit Brei- tenmoser-Borsani (Weltmeister 1950/51/52/53) und den erwähnten Gebrüdern Oberhänsli u.v.a.

1957
Neuer Fahnenkasten im Hotel Jura eingerichtet.

1960
In den 60er Jahren sahen die Ausfahrten so aus, dass eine Handvoll Velofahrer und einige wenige 2-Takt- Mofas vorwiegend nach Riederwald ins Rest. Rütli und zurück fuhren.

1961
Schon seit 1945 nahm der Radler-Club Wanderlust an mehreren Blumencorsi teil. Der im Berichtsjahr in Dornach durchgeführte, ist vielen von uns noch in bester Erinnerung, stellte er doch in mancherlei Hinsicht einen markanten Höhepunkt dar. Max Otzenberger war für das wunderschöne Schmücken der Wagen und Velos zuständig. Ganz Dornach war auf den Beinen um im Festzelt in den « Weiden » oder am Fest-Umzug dabei zu sein, der vom Restaurant Schmiedstube ins « Brüggli » führte. Es nahmen 26 reich geschmückte Gruppen diverser Vereine teil, jede ein anderes Sujet darstellend. Mit dabei waren auch drei Gruppen unseres Vereines. Eine unabhängige Jury bewertete alle Corso-Gruppen des SRB. Unser Vereinsmitglied Paul Moosmann hielt das einzigartige Fest auf einem Film für die Nachwelt fest, aus dem erstmals Bilder im anschliessenden Bildteil gedruckt zu sehen sind.

1965
Mit neuen Statuten gab sich der Verein auch einen neuen Namen: aus dem Radlerclub Wanderlust wurde der Rad- und Motorfahrerverein Dornach.

1967
Durchführung des legendären Velorennens für Gemeinderäte anlässlich des Dorffestes zugunsten der Grundsteinlegung für die Alterswohnungen am Rainweg.

1974
Zum fünfzigjhrigen Bestehen des RMV Dornach fand in der Turnhalle Bruggweg ein zweitägiger Anlass statt. Zur Abendunterhaltung am Freitag spielte der Musikverein Concordia auf, und es sangen die Schwarzbueben-Jodler und der Männerchor. Anschliessend fand am Samstag die Schweizer- meisterschaftsrevanche der Radballer in der 2. Liga statt. Dann spielte am Abend wieder der Musik- verein Concordia auf, und die Saalsportdarbietungen der Kunstfahrer, sowie die Finalspiele im RadbaII rundeten den Abend ab. Die Metallwerke Dornach gaben unter ihrem Patronat eine Erinnerungsplakette heraus. Leider sind die Bilder zu die- sem grossartigen Jubiläum bei einer « Züglete » für immer verloren gegangen.

1975
Überlegener Sieger am internationalen Radballturnier um den damals neu gestifteten Wanderpreis der Metall-werke wurde RMV Dornach mit Hunsperger/Geiser. Aber Mitte der 70er Jahre verschwanden die Radball- und Motorsportaktivitaten ganz aus unserem Verein. Eine neue « alte Epoche » stand bevor: Das Tourenfahren erlebte wieder « goldene Zeiten », Rund- und Ausfahrten wurden wieder stark gefördert.

1980
Der Veloclub Aesch war Patensektion bei der Fahnen-weihe unserer 3. Vereinsfahne. An diesem feierlichen Anlass ging es aber ziemlich chaotisch zu und her. Die Fahnengotte war gleichzeitig auch im Service beschäftigt und der Fahnengötti gab die Tombola heraus, sodann verabschiedete sich der damalige Vereinspräsident während des Abendprogrammes und verreiste in die Ferien. Die Vereins-Meisterschaft wurde eingeführt, die seit- dem immer noch in unveränderter Form durchge-führt wird. Sie besteht aus den Disziplinen: Kegeln: 3x10 Würfe; Geländelauf: Damen 1 km, Herren 5 km; Gempen-Bergzeitfahren und den Zeitfahren: 1 km und 5 km für alle.

1981
Seit Anfang der achtziger Jahre finden in der Velosaison von Ende März bis Ende September regelmässig einmal wöchentlich Abendausfahrten statt. Diese vom Tourenchef Beat Reber ausgeheckten Fahrten führen in die entfernteren Teile des Schwarzbubenlandes, ins Baselbiet, in den Aargau und ins angrenzende Elsass. Gruppen unterschiedlicher Stärken legen dabei zwischen 40 und 60 km zurück. Samstag und Sonntag werden diverse Rundfahrten in Nah und Fern gefahren.

1982
Das Radballspielen erlebte seit einigen Jahren nur noch ein Schattendasein, und da es in unserem Verein keine Radball-Aktiven mehr gab, wurde sämtliches Radballmaterial verkauft. Damit war das definitive Ende des Radballsports in Dornach besiegelt.

1983
Die Schwarzbuebe-Rundfahrt und die SRB-Volksradtour wurden aus der Taufe gehoben. Unter dem initiativen OK-Präsidenten Reinhard Schmid kam 1992 das Gempenberg-Zeitfahren dazu, und auf Anregung des damaligen Filialleiters der SoBa Solothurner Bank wird seit 1996 auch die SoBa-Stafette organisiert. Der Anlass ging unter dem Begriff « Dornacher Radsporttage » in die Geschichte ein. Dieser, von der Dorfbevölkerung nicht besonders mitgetragene zweitägige Anlass findet in und bei der Turnhalle Bruggweg statt.

1985
Das Wintertraining wurde mit dem Ziel, nicht jedesmal im Frühjahr die ganze Kondition von Null an wieder aufbauen zu müssen, unter kundiger Leitung von Peter Lehmann eingeführt. Jeweils von Oktober bis März findet das wöchentliche Wintertraining innerhalb einer etwas verlängerten Trainingsstunde statt.

1986
Mitgliederbestand: 71. Am Bettagswochenende wurde eine zweitägige Vereinsreise (ohne Velo!) nach Saanen-möser/Rinderberg durchgeführt. Dieser Anlass wurde zu einem festen Bestandteil des Vereinslebens und im Zweijahres-Rhythmus an folgenden Orten durch-geführt: 1988 nach Adelboden/Metsch, 1990 ins Napfgebiet, 1992 in die Flumser Berge, 1994 nach Eglisau und an den Rheinfall, 1996 ins Wallis zur Lötschberg- Südrampe/Unterbach und 1998 nach Schönried - Sparenmoos - Murten.

1987
Unsere Velofahrer-Elite organisierte viele ansprechende Touren, besonders erwähnenswert ist ihre in diesem Jahr durchgeführte « Tour-de-Suisse », während der sie buchstäblich mit allen Wassern gewaschen wurden und allen Strapazen zum Trotz nicht aufgaben und am Schluss mit einem « grossen Bahnhof » empfangen wurden. Um die bevorstehende Saison in Top-Form in Angriff zu nehmen, wurde erstmals im Frühling ein Trainingslager in Valverde-Cesenatico/Italien durchgeführt. Das anfänglich nur von einer Handvoll Aktiven genutzte Training entwickelte sich in den folgenden Jahren zur beliebten Trainings- und Ferienwoche für Jung und Alt, für Aktive und Nicht-Velofahrer. Die Teilnehmerzahl pendelte sich in den letzten Jahren bei ca. 45 Personen ein. Und damit wäre dieser Anlass nicht mehr aus dem Jahresprogramm wegzudenken. Das Wintertraining wird nun von Werner Röösli geleitet.

1995
Von diesem Jahr an wird der Verein vom Samichlaus besucht.

1996
Der bisher unumstritten schönste Bettagsausflug führte uns ins Wallis.

1998
Mit der enormen Entwicklung und Verbesserung des Materials und auch dank der guten körperlichen Ver- fassung der Aktiven ist es möglich, immer längere und anspruchsvollere Touren zu unternehmen. So fuhren in diesem Jahr sieben « ganz Angefressene » mit dem Velo in nur 3 1/2 Tagen ins Trainingslager nach Valverde-Cese-natico, mit Tagesabschnitten um die 200 km !

1999
Neuer Name. Neue Statuten. Neue Fahnenaufschrift. 75-jähriges Jubiläum mit Festanlass am 20. März in der Turnhalle Bruggweg, in Verbindung mit der Delegiertenversammlung des SRB beider Basel. Die Durchführung der Radsporttage Dornach bringt dem VeloCIub alljährlich einen ansehnlichen Gewinn ein. Somit ist es möglich, jedem aktiven Vereinsmitglied viel zurückzugeben, u.a. in Form verbilligter Trikots, Beiträge an Trainingslager, an Bettagsreisen und an Winterbummel. Auch in diesem Jahr beträgt der Vereinsmitgliederbeitrag immer noch bescheidene Fr. 10.- (plus Fr. 65.- an den SRB).
Werner RöösliBeat KisslingRoland GigerUrs Immeli